Wie klimafreundlich ein Fahrzeug ist, lässt sich nur beurteilen, wenn man mehr betrachtet als nur die Emissionen beim Fahren. Entscheidend ist die gesamte Umweltbilanz von der Herstellung bis zur Entsorgung – auch bekannt als „Cradle-to-Grave“-Bilanz.

Die folgende Tabelle zeigt die Antriebsarten im Vergleich und listet die geschätzten CO₂-Werte über die gesamte Nutzungsdauer hinweg auf Basis von Durchschnittswerten und typischen Einsatzprofilen auf. Sie bildet eine vereinfachte Lebenszyklusbetrachtung ab.

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Antrieb

Geschätzte CO₂-Emissionen

(g/km über Fahrzeuglebensdauer, inkl. Produktion & Betrieb)

Geschätzte Kraftstoffemissionen
Lebensdauerfaktor
BEV 50–100 5 -40 g/km je nach Herkunft des Stroms Je länger gefahren, desto besser die Bilanz
PHEV 110–160 60 - 100 g/km je nach Herkunft des Stroms und Kraftstoffverbrauch bzw. -nutzung Hohe Emissionen bei häufigem Verbrennerbetrieb
FCEV 50–175 Grüner H₂: 10 - 15 g/km, Blauer H₂: 110 - 130 g/km Emissionen sind stark abhängig von der Produktion bzw. Herkunft des Wasserstoffs
CNG 180–200 120 - 175 g/km Methan-Leckagen verschlechtern die Bilanz
Fazit: Elektroautos (BEV) haben aktuell die beste Klimabilanz – vor allem bei Nutzung von Ökostrom. Plug-in-Hybride (PHEV) und Wasserstofffahrzeuge sind stark vom Einsatzprofil abhängig.
Die Technik allein entscheidet nicht über die CO₂-Bilanz eines Fahrzeugs – entscheidend ist auch, wie ein Antrieb im Alltag genutzt wird. Denn manche Technologien wirken auf dem Papier klimafreundlicher, als sie es tatsächlich sind.

Die EU verfolgt klare Klimaziele: Ab 2035 dürfen neue Pkw nur noch emissionsfrei zugelassen werden. Das verändert die Rahmenbedingungen grundlegend – und reduziert die Zahl klimaverträglicher Antriebstechnologien deutlich.

Ein realistischer Blick auf die Entwicklung bis 2030 und darüber hinaus zeigt, welche Antriebe mit den europäischen Klimazielen vereinbar sind – und welche eher auslaufen.

Batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) weisen derzeit die beste CO₂-Bilanz auf. Besonders bei Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien verursachen sie über den gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich weniger Emissionen als andere Antriebsarten.

Plug-in-Hybride (PHEV) verursachen nur dann wenig Emissionen, wenn sie regelmäßig geladen und überwiegend elektrisch gefahren werden. In der Praxis geschieht das jedoch oft nicht – viele Modelle werden wie Verbrenner genutzt, was die Umweltbilanz verschlechtert.

Wasserstofffahrzeuge (FCEV) können klimafreundlich sein – allerdings nur, wenn der Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen stammt. Derzeit ist grüner Wasserstoff noch knapp und teuer. Hinzu kommt: Bei der Erzeugung und Nutzung gehen große Mengen Energie verloren.

CNG-Fahrzeuge stoßen im Betrieb zwar weniger CO₂ aus als Benziner, verlieren ihren Umweltvorteil jedoch durch Methan-Leckagen in der Förder- und Transportkette. Methan ist ein besonders klimaschädliches Gas – und wirkt sich deutlich auf die Gesamtbilanz aus.

E-Fuels lassen sich theoretisch klimaneutral herstellen, benötigen dafür aber enorme Mengen Strom. Die Effizienz ist im Vergleich zu batteriebetriebenen Fahrzeugen sehr gering. Für Pkw-Neuzulassungen gelten sie deshalb als ungeeignet – denkbar ist der Einsatz im Bestand oder in der Luft- und Schifffahrt.

Um die Umweltbilanz eines Fahrzeugs realistisch zu bewerten, reicht es nicht, nur den Betrieb zu betrachten. Auch Emissionen aus Rohstoffgewinnung, Herstellung, Strombereitstellung und Entsorgung müssen einbezogen werden. Nur so ergibt sich ein vollständiges Bild.

Nach dem aktuellen EU-Ziel dürfen ab 2035 nur noch emissionsfreie Pkw neu zugelassen werden. Das betrifft vor allem batterieelektrische Fahrzeuge. Andere Antriebsarten wie Plug-in-Hybride, CNG oder Verbrenner mit E-Fuels gelten langfristig nicht mehr als zukunftssicher.